Medien und Kreativität

Partner – Abkürzung
CyberForum e.V. – CF

Pilotkonzept und Ansatz

CyberForum e.V. ist für das Pilotprojekt im Bereich “Medien und Kreativität” verantwortlich. Mit intensiver Unterstützung aller beteiligten Akteure wurde die Idee eines “Open Innovation and Usability Testing Labs” (OpenInUse-Lab) ausgearbeitet. OpenInUse-Lab ist ein Living-Lab für das benutzerorientierte Testen von Webseiten, Anwendungen und mobilen Applikationen. Es unterstützt auch Open-Innovation-Prozesse, welche Anwendern ermöglichen, das Produkt aktiv zu verbessern, indem sie Feedback geben und es auch bewerten können.

Usability-Tests und Open-Innovation-Prozesse dienen Unternehmen dazu, ihre Produkte mit den Benutzern gemeinsam zu entwickeln, indem sie deren Ideen in die Entwicklung einfließen lassen. Beide Prozesse greifen ineinander und ermöglichen ein umfassendes Feedback zur Gebrauchstauglichkeit einer Software. Jedoch spielen Usability-Tests und Open-Innovation-Prozesse in der mittelständischen IT-Entwicklung kaum eine Rolle, obwohl sich durch den Einsatz von neuen Technologien und Geräten ständig neue Anforderungen an die Entwicklung von Software ergeben (Fraunhofer IAO: Usability im Mittelstand verankern, 2013). 

Die von der Forschung vorgeschlagenen Methoden des Usability Engineering (UE) werden jedoch selten bis gar nicht angewandt. Dieser Umstand ist insbesondere auf die hohen Kosten zurückzuführen. UE-Experten können nur dann Produkte vernünftig evaluieren, wenn sie eine erhebliche Expertise auf dem Anwendungsfeld der Produkte haben. Das treibt entweder den Preis der UE-Experten hoch oder endet in einer an der Benutzungsoberfläche orientierten Betrachtung. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aus der IT-Branche führt daher kein Weg am Testen der Usability vorbei. Usability-Laboratorien sind jedoch sehr teuer, insbesondere wenn sinnvollerweise iteratives, feingranulares Testen der Usability notwendig ist. Hier verspricht der Ansatz des geplanten Vorhabens, Testen der Usability als Service aus der Cloud anzubieten, entscheidende Kostenvorteile.

Organisation der Aktivitäten

Das Pilotprojekt selbst wurde mittels eines Open-Innovation-Prozesses entwickelt: Die Idee einer selbstlernenden Usability-Testing-Software wurde auf einem Internet-Portal veröffentlicht, auf welchem interessierte Experten und (potenzielle) Endanwender in der Lage waren, den Ansatz zu diskutieren und ihn sowie die bereits gegebenen Feedbacks zu bewerten. Weiterhin wurden viele Workshops mit den beteiligten Akteuren durchgeführt, um das Konzept zu verbessern und die technische Struktur des Pilotprojektes auszuarbeiten. Das CyberForum-Team unterstützte auch den World Usability Day in Mannheim mehrmals, um in der Lage zu sein, das Konzept persönlich mit Experten zu diskutieren und auf diese Weise noch mehr verwertbare Ideen für das Pilotprojekt zu erhalten. Nach und nach wurde klar, dass das volle Potenzial der selbstlernenden Usability-Testing-Software nur dann ausgeschöpft werden konnte, wenn ein Open-Innovation-Prozess integriert würde. 

Ansatz

In einem ersten Schritt wird eine Usability-Testing-Software als “Software-as-a-Service”-Lösung entwickelt. Sie wird Usability-Experten, Entwicklern, Forschern und Endanwendern ermöglichen, Feedback zur Usability von Software, Plattformen, (mobilen) Anwendungen, Webseiten oder ähnlichen Produkten zu geben. Die Software soll in der Lage sein, aus dem Feedback der Experten zu lernen.

Die Software wird außerdem Anwendern die Möglichkeit bieten, allgemeines Feedback zu den Produkten zu geben, aber auch bereits abgegebenes Feedback und Ideen zu bewerten. Sie wird auf diese Weise einen Open-Innovation-Prozess unterstützen, der zu stärker bedarfsorientierten Produkten führen wird.

In einem zweiten Schritt wird die Software so angepasst, dass sie selbstständig und automatisch Feedback zur Usability und Verbesserungsvorschläge geben können wird – basierend auf den Erkenntnissen aus Schritt 1. Aufgrund der Tatsache, dass ein Living Lab ein Ökosystem für Experimente und die Mitgestaltung von Produkten zusammen mit Anwendern in echten Umgebungen ist, kann das Pilotprojekt selbst als Living Lab angesehen werden. Hier können Anwender zusammen mit Forschern und Unternehmen, aber auch mit öffentlichen Einrichtungen zusammen neue Produkte, Dienstleistungen, Lösungen und Geschäftsmodelle testen, kreieren und bewerten.

Alle Dienstleistungen werden – während der Testphase – für alle Teilnehmer der SmarterCity Karlsruhe Initiative verfügbar sein, einschließlich der Bürger. In der nachfolgenden finalen Implementierungsphase wird das Pilotprojekt transnational: Das Produkt wird ins Englische übersetzt und allen CentraLab-Partnern über die Online-Plattform zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise können die CentraLab-Partner ihren Mitgliedern diese Dienstleistungen anbieten. Gleichzeitig werden viele Unternehmen in der Lage sein, von den Ergebnissen des CentraLab-Pilotprojektes zu profitieren.

Geplante Aktivitäten

Zunächst müssen Fördergelder für die Entwicklung der Usability-Testing- und Open-Innovation-Software eingeworben werden, was bedeutet, dass sich die Akteure an entsprechenden Ausschreibungen beteiligen müssen. Das technische wie das wirtschaftliche Risiko der geplanten Lösung sind durch die Akteure alleine nicht zu tragen.

Die Akteure planen zudem, ein Usability-Kompetenzzentrum aufzubauen, sobald die Software implementiert und alle Testphasen durchlaufen hat. Die beteiligten Usability-Experten werden ihre Kompetenz im Hinblick auf Usability und Open-Innovation-Prozesse beitragen. Auf diese Weise können Dienstleistungen des Kompetenzzentrums beispielsweise Anforderungsanalysen für die Usability von IT-Produkten umfassen, aber auch die Vermittlung von Experten zu speziellen Themengebieten oder die Organisation von verschiedenen Veranstaltungen wie Workshops, RoundTables und Konferenzen, die auf themenspezifischen Erfahrungs- und Informationsaustausch fokussieren.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: http://usebox.eu/

Verantwortlich für das CentraLab Pilotprojekt „Medien & Kreativität“:

Tamara Högler
Ilona Daum

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